11/2017 Edisons Erben

Seit November 2017 erstrahlt Münchens Nationaltheater in neuem LED-Licht. Natürlich sind solche Prestigeprojekte nur dank großzügiger Spenden möglich, die zum Teil sogar von Lichtkonzernen wie Osram selbst finanziert werden. Gut fürs Image sind auch Aufträge aus dem Vatikan wie zuletzt die Illumination der Sixtinischen Kapelle und des Petersplatzes. „So hell wie der lichte Tag“, warb einst Osram mit seiner Leuchtreklame, die bis heute am Münchner Stachus hängt. Und noch immer verstehen die meisten Menschen Glühbirnen besser als den LED-Trend. Vesna Tornjanski von VTPR public relations begleitet projektweise die Ex-Osram-Tochter Ledvance und berichtet von der „World of Light“.

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Copyright: VTPR public relations

Was hätte Edison wohl zum LED-Trend gesagt? Dass ausgerechnet an seinem 170. Geburtstag die letzten Glühbirnen aus deutschen Ampeln geschraubt werden (Braunschweiger Zeitung, 10/2017)? Zugegeben, Thomas Alva Edison hat es geschafft, eine Glühbirne erstmals über 14 Stunden brennen zu lassen. Tja, die neueste LED-Technologie verspricht 25.000 bis 50.000 Betriebsstunden, weniger Wartung und bis zu 80 Prozent Energieersparnis (Süddeutsche Zeitung, 10/2017).

Heute setzt Osram auf Licht-Chip-Fertigung im Hightechbereich. Wie zum Beispiel den Iris-Scan, der häufig in Actionfilmen zum Einsatz kommt, wo dank moderner Infrarottechnik das Auge ausgelasert wird. Aktuell sehr gefragt in der Automobil- und Mobilfunkszene ist auch sensorgesteuerte Lichttechnik für Gebäude und intelligente Scheinwerfer. (Süddeutsche Zeitung, 10/2017).

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Iris-Scan, Copyright: www.dortmund24.de

 

Siemens glaubt nicht an den LED-Trend und verkauft seine letzten Anteile (17 Prozent) an der Licht-Tochter Osram für 1,2 Milliarden Euro (Die Welt, 10/2017). Osram wiederum glaubt nicht mehr an das traditionelle Lampengeschäft und verkauft seine Tochter Ledvance für rund 400 Millionen Euro an chinesische Investoren (Handelsblatt, 3/2017).

„Smart Home“ heißt der Zukunftstrend in der Lichtbranche. Die Idee dahinter: Dank Apps für Smartphones und Tablets werden Heizung, Klimaanlage, Licht und Rolläden energieeffizient per Fernsteuerung bedient. Ein Grund mehr, das künftige LED-portfolio kompatibel zu marktführenden Smart-Home-Systemen wie dem Apple HomeKit zu machen. (Die Welt, 10/2018)

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Smart Watch von Apple, Copyright: Denys Prykhodov / Adobe Stock

Unter dem Namen Osram Smart+ reagiert Ledvance schnell auf den Trend und bringt LED-Lampen auf den Markt, die kompatibel sind. Wesentliche Funktionen bleiben einfach bedienbar, natürlich auch ohne App. Die Edition 1906 wirkt wieder wie eine Hommage an Edison. Rein äußerlich zumindest sind historische Lampenformen sehr gefragt, innerlich jedoch ist modernste Licht-Technologie angesagt. Die offiziellen Verluste bei den klassischen Glühbirnen als Auslaufmodelle sollen somit über neue Vertriebswege wieder eingespielt werden. Zum Produktvideo der Edition 1906.

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Edition 1906, Copyright: Osram/Ledvance

 

Im Auftrag vom SUPERBUERO begleitet Vesna Tornjanski als Projektmanagerin das Ledvance-Team beim internationalen Trade- und Retail-Marketing. In der zuletzt veröffentlichen Broschüre zum Vertical Application Management werden energieeffiziente Lichtlösungen für unterschiedliche Gewerberäume vorgestellt: Shops, Hotels, Gastronomie, Industrie, Büro, Außenbeleuchtung, Gesundheitswesen und Logistik.