6/2016 Lago d’Iseo: Christos Comeback

Auf Einladung von Lombardei TourismusBresciaIseo Lake sind wir zu Gast bei Christos Premiere zu den Floating Piers, die vom 18. Juni bis 3. Juli 2016 über 60.000 Besucher täglich übers Wasser tragen. Auf unserer exklusiven Bloggertour wandern wir völlig kunsttrunken rund um den Lago d’Iseo. Ganz im Sinne des Künstlers nähern wir uns seiner Land Art oberhalb von Sulzano auf 500 Meter über dem Meeresspiegel. Für Christo sollte der See nicht zu verwinkelt sein: „Lago d’Iseo hat eine sehr einfache Form ohne tiefe Inlets. Und wesentlich war auch, dass er umringt ist von sehr hohen Bergen, von denen man die Piers dann von oben bewundern kann“, verrät er dem Art Magazin.

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Punto panoramico

Echtes „Jesus-Feeling“, wie es in der WirtschaftsWoche heißt, gibt es hier gratis. Naja, nicht ganz. 15 Millionen Euro kostet Christo seine Seevision in Summe, die sich jedoch komplett über verkaufte Skizzen, Collagen und Fotorechte des Künstlers refinanziert. Eine aktuelle Übersicht, teils hoch detaillierter Werkansichten Christos, bietet die Kunstplattform Artsy, „das Amazon der Kunst“ laut Die Zeit, dessen Anmeldung für Nutzer ähnlich einfach funktioniert wie auf Facebook. Schon ist man im Sog von Hintergrundberichten, Galerieanfragen verfügbarer Werke und Empfehlungen vergleichbarer Künstler.

Für das Textilunternehmen Setex aus dem Münsterland ein Prestige-Projekt. Sie arbeiten seit über 40 Jahren mit Christo zusammen und kennen seinen Faible für Stoffe. „Wir haben ihm vorgeschlagen, spinndüsengefärbte Garne zu nehmen, weil das günstiger ist als garngefärbte. Aber nein, es muss garngefärbt sein, wegen der Brillanz und wegen des Glanzes, auch wenn es ein paar Euro teurer ist, spielt keine Rolle.“ zitiert Deutschlandfunk.

„Niemand kann diese Arbeit als Werbung nutzen, denn diese Arbeit basiert auf totaler Freiheit“, erklärt er der Deutschen Welle. Auch uns steht es frei, die Schuhe auszuziehen, bevor wir die mangogoldenen Stege betreten. Wir gehen auf Tuchfühlung mit dem See, den Wellen, der Natur. „Schöner Schwanken“ nennt es Die Zeit. Und ja, wer die Augen schließt, verliert leicht sein Gleichgewicht, als wäre er seekrank oder hätte zu tief ins Glas geschaut. Auf ZDF heute geht das „Kunst Happenig des Sommers“ wahrlich unter die Haut.

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Exclusive Bloggertour

Wir sind schon einiges gewohnt von dem Künstlerpaar: sie verpacken den Reichstag in Berlin, Ölfässer in Paris und den Wind in New York. „Wir gehen nicht in Rente“ versprechen sie dem Bayerischen Rundfunk. Aber wie sie einen See in Stoff hüllen, wird Jeanne-Claude nicht mehr erleben. „Gib Stoff, Christo“ titelt Der Spiegel laut. Nachdem ihr nassfeuchtes Vorhaben in Japan und Argentinien abgelehnt wrd, beweisen die Italiener Mut. Als „place to be“ ehrt sie der Lonely Planet. Ein gewagtes Experiment für eine Region, die bis dahin weitestgehend unbekannt ist. „Wie aus dem Dornröschenschlaf erwacht“ beschreibt die FAZ den kleinsten der vier Alpenseen Norditaliens.

Pünktlich zum gemeinsamen Geburtstag Christos und seiner Frau, startete am 13. Juni das 5-tägige Finale zu den „Floating Piers“. Jeanne-Claude sei immer um ihn herum, erzählt Christo. Laut der Süddeutschen Zeitung lobte Germano Celant, der mächtigste Kurator Italiens, die „Floating Piers“ als „großes Landschaftsbild“. Davon wollen sich auch Leonardo di Caprio, Brad Pitt und Angelina Jolie ein (Luft-)Bild machen, zumindest von ihrem Privatjet aus, behauptet die italienische Tageszeitung La Reppublica.

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Was für eine Liebeserklärung an die Region. Von Christos Comeback beflügelt ruft man hierzulande „The Romantic Choice“ ins Leben. Eine touristische Initiative, die die eine Panorama-Route von 65 Kilometern und 232 Höhenmetern für Autofahrer, Radler und Wanderer beschreibt. Neben romantischen Altstädten, Villen und Kirchen lassen sich Weinberge, Naturschutzgebiete, Vogelreservate und UNESCO Kulturerbe an 365 Tagen im Jahr entdecken. Für Eisenbahn-Nostalgiker bietet der Treno dei Sapori von März bis November verschiedene Reiserouten um Franciacorta, Iseosee und Val Camonica ab 49,– Euro pro Person.

Wer es in 16 Tagen nicht schafft, die „Floating Piers“ zu besuchen, dem sei die Ausstellung „Christo and Jeanne-Claude. Water Projects“ empfohlen, im Museum Santa Giulia in Brescia, Lombardei, läuft bis zum 18. September. Info: http://www.thefloatingpiers.com

Vesna Tornjanski von VTPR public relations dankt Antonio, Manuel, Anna und Marco für die hervorragende Organisation und Unterstützung vor Ort.

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Great! Thank you very much.
    Antonio

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  2. Hat dies auf Kunstblog München rebloggt und kommentierte:
    Für alle, die wie ich leider nicht hinfahren können bzw. es noch vorhaben (Achtung – nur noch bis 3. Juli!) ein toller Artikel von Vesna Tornjanski über Christos atemberaubende Installation auf dem Lago d’Iseo. Viel Spaß und Inspiration beim Lesen!

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